Was passiert, wenn man Schimmel isst?

Eigentlich passiert uns das ständig. Bei so vielen Lebensmitteln kommt es dazu, dass sich schnell etwas Schimmel ansetzt, aber wenn wir es nicht sehen, verschwinden diese in unserem Magen, lange bevor wir uns darüber gewahr werden, was wir da gerade gegessen haben. Doch sollte es einmal mehr sein, aus welchem Grunde auch immer, wie gefährlich ist das für unsere Gesundheit?

Abgesehen von den Edelschimmelkäsesorten, die man ohne Bedenken essen kann, bilden Lebensmittel, die sich gerade schimmelig zersetzen, giftige Mykotoxine. Empfindliche Menschen reagieren schon bei sehr geringen Mengen zum Beispiel mit diesen Symptomen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall

Wer seinen Körper regelmäßig mit Schimmel traktiert, muss mit Nieren- und Leberschäden rechnen. Zudem wird das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen. Im weiteren Verlauf kann es sogar zu Karzinomen kommen.

Was immer hilft, billig ist und nicht schaden kann:

Immer dann, wenn Sie Ihrem Magen etwas zumuten, das zu Giftstoffen im Körper führen kann, sind Sie mit ein paar Kohletabletten gut beraten, weil diese an ihrer sehr großen relativen Oberflächen Toxine anlagern, um sie aus dem Körper heraus zu befördern. Ähnliches gilt auch für Heilerde.

Besonders tückisch sind diesbezüglich alle Lebensmittel mit einem hohen Wasseranteil wie Obst und Gemüse, weil sich hier der Schimmelpilz quasi erst einmal unsichtbar vermehrt.

Größere Stücke Hartkäse dagegen lassen sich vom Schimmel nicht so einfach durchsetzen, dies gilt auch für zuckerreiche Marmeladen. In diesen Fällen reicht es aus, den Schimmel einfach nur großzügig zu entfernen.

Mit welchen Symptomen und Erkrankungen ist bei Schimmelkonsum zu rechnen?

Wie bereits oben erwähnt, sind Übelkeit und Erbrechen unmittelbar nach dem Verzehr typische Anzeichen für Schimmel. War die Menge aber besonders üppig oder der Konsum verschimmelter Lebensmittel dauerte über einen längeren Zeitraum an, können sich daraus sehr ernsthafte Gesundheitsschäden ergeben. Die Gifte der Schimmelpilze greifen ganze Organsysteme an mit der Folge, dass insbesondere die Leber und die Nieren Schaden nehmen können. Neben der extremen Belastung des Immunsystems, die zu Allergien führen kann, können sogar Tumore daraus entstehen. Dass der Fötus beziehungsweise das Baby der schwangeren Frau von Schimmel-Toxinen hochgradig gefährdet ist, muss hier wohl nicht extra betont werden.

Bitte bedenken Sie: Schimmel liebt zwar ein feucht-warmes Umfeld, dennoch ist es im Kühlschrank noch nicht kalt genug, die Ausbreitung und das Wachstum der Schimmelsporen zu unterbinden.

Verschimmeltes Brot

Wann das Brot anfängt zu verschimmeln, hängt vom Feuchtegrad und der Art der Lagerung ab. Sobald Sie Schimmel auf Ihrem Brot entdecken, werfen Sie es bitte weg, denn meistens ist dann schon das gesamte Brot davon durchsetzt, auch wenn Sie meinen, dass nur eine kleine Stelle betroffen ist.

Auf hellem Getreidemehl siedeln sich Schimmelpilze besonders gern an, daher geht es bei dem reichlich wasserhaltigen Toastbrot immer so schnell. Falls es doch mal passiert, dass Sie so eine Scheibe essen und den Schimmel erst danach bemerken, ist das kein Grund zur Panik. Wer ein einigermaßen gesundes Immunsystem hat, steckt das problemlos weg, ansonsten wird einem vielleicht etwas übel, was aber bald wieder vorbei ist.

Verschimmelter Käse

Bei Camembert oder Blauschimmelkäse ist der Schimmel ja eine Stilfrage und zum Verzehr absolut geeignet. Ganz anders ist das bei Schmelz- oder Frischkäse. Auch Scheibenkäse oder geriebener Hartkäse sollten bei Schimmelbefall direkt entsorgt werden, weil sich der Pilz dann bereits durch das gesamte Produkt gearbeitet hat, auch wenn das nicht gleich augenscheinlich zu sehen ist. Bei größeren Stücken Hartkäse ist alles nicht so schlimm. Hier reicht es, den Schimmel großzügig abzukratzen, den Käse darunter können Sie bedenkenlos weiter verzehren.

Eingeatmete Schimmelsporen

Problematisch wird es erst, wenn Sie zum Beispiel aus beruflichen Gründen immer wieder über längere Zeit Schimmelsporen ausgesetzt sind, weil sich in solchen Fällen mit der Zeit eine Allergie entwickeln kann. Dann ist es zum Asthma bronchiale nicht mehr weit. Es beginnt meistens mit erschwertem Atmen und ständigem Hustenreiz.

Wessen Immunsystem ohnehin nicht auf der Höhe ist, kann durch Schimmelsporen relativ schnell eine Lungenentzündung (Aspergillus-Pneumonie) erfahren. Dies betrifft neben AIDS-Kranken vorrangig diejenigen, die gerade eine Chemotherapie machen oder eine Organtransplantation hinter sich gebracht haben.

Wenn Sie Schimmel getrunken haben

Das ist gewiss ein Nachteil des blickdichten Tetrapacks, denn Sie können es nicht gleich sehen, wenn Ihr Getränk bereits Schimmel angesetzt hat. Dennoch sind so ein paar Schlucke nicht tragisch. Wie beim Brot können empfindliche Menschen darauf mit Übelkeit und Erbrechen reagieren. Es ist auf jeden Fall anzuraten, derartige Getränke nach dem Öffnen möglichst schnell zu verbrauchen und immer das Haltbarkeitsdatum zu beachten. Wurde eine geöffnete Packung etliche Tage im Kühlschrank vergessen, weil man vielleicht verreist war, ist Vorsicht, also die Entsorgung die denkbar beste Option.

Vermeiden Sie Schimmel besonders während der Schwangerschaft

Durch Schimmel ausgelöste Vergiftungen oder Erkrankungen können auf das ungeborene Kind übergehen. Sollte eine medikamentöse Therapie erforderlich werden, so wird auch davon nochmals das Baby in Mitleidenschaft gezogen. Sogar auf Käsesorten mit „Edelschimmel“ sollte die werdende Mutter besser verzichten, weil hierdurch zusätzlich noch eine Infektion mit Listerien erfolgen könnte.

Wann wird eine Therapie erforderlich?

Beim Verzehr größerer Mengen von Schimmelpilzen oder bei Schimmelkonsum über eine längere Dauer kann es zu einer nachhaltigen Vergiftung durch die Pilz-Toxine kommen. In diesem Fall helfen, wie oben erwähnt, Kohletabletten bei der Ausleitung der Gifte. Überdies kann ein sofortiger Darmeinlauf angezeigt sein, damit der Organismus die Gifte aus dem Darm erst gar nicht aufnehmen kann. Und gegen eventuelle Magen-Darm-Beschwerden helfen die üblichen Medikamente.

Darüber hinaus sollten die Blutwerte, insbesondere jene der Leber, noch eine ganze Zeit lang nach der Vergiftung regelmäßig kontrolliert werden. Sind bereits Organschäden eingetreten, kann sich daraus eine ungünstige Prognose ergeben, die neben Leber- und Nierenschäden auch die Bildung von Tumoren einschließen kann.

Vermeiden ist besser als Heilen

Abschließend möchten wir daher noch einmal betonen, dass sich Schimmel in wasserhaltigen Lebensmitteln rasend schnell ausbreitet. Folgende Produkte gehören bei Schimmelbildung ohne Wenn und Aber direkt auf den Müll:

  • Obst und Gemüse
  • Säfte
  • Quark, Joghurt und andere Milchprodukte (abgesehen von Hartkäse und Edelschimmel)
  • Brot
  • Zuckerreduzierte Konfitüre und Trockenfrüchte
  • Nüsse
  • Aufschnitt, insbesondere die sogenannte Teewurst

Bei luftgetrockneter Salami zum Beispiel, die nur einen geringen Wasseranteil hat, kann die befallene Stelle großräumig ausgeschnitten werden. Gleiches gilt für Hartkäse wie Parmesan.

 

Bildquelle:

  • https://pixabay.com/de/photos/lebensmittel-tomate-gesunde-gem%c3%bcse-3190171/

Dieser Beitrag wurde am 04.02.2022 erstellt.

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